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Lohnt sich regelmäßige Teppichpflege?

Lohnt sich regelmäßige Pflege überhaupt?

Eine faire Frage. Wir rechnen sie mit echten Zahlen durch: was regelmäßige Wäsche über die Jahre kostet — und was die Reparaturen kosten, die typischerweise nötig werden, wenn man es lässt.

Zahlen, die wir belegen können

Jede Zahl auf dieser Seite steht mit ihrer Quelle — und mit dem, was gegen sie spricht. Wo wir etwas nicht belegen können, sagen wir es, statt es zu behaupten.

30,4 µg/m³ statt 62,9 µg/m³

Feinstaub: Teppich gegen Glattboden

Eine Untersuchung in über 100 Haushalten mass in Räumen mit textilem Bodenbelag eine mittlere Feinstaubbelastung von 30,4 µg/m³, gegenüber 62,9 µg/m³ auf Parkett, Laminat und Fliesen. Die Faserstruktur bindet Staub, statt ihn bei jedem Schritt aufwirbeln zu lassen.

Quelle: Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB) & Gesellschaft für Umwelt- und Innenraumanalytik (GUI), vorgestellt 18.06.2005

Einordnung: Wichtig zur Einordnung: GUI steht der Teppichbodenbranche nahe, die Studie ist also nicht unabhängig, und sie ist von 2005. Sie betrifft ausserdem Teppichboden, nicht handgeknüpfte Teppiche. Und sie gilt nur, solange der Teppich regelmässig gereinigt wird — ein gesättigter Teppich bindet nichts mehr. Ärztliche Allergie-Leitlinien raten Betroffenen im Gegenteil oft zu glatten Böden. Wir nennen beide Seiten, weil Sie das für Ihre Entscheidung brauchen.

24–48 Stunden

Das Schimmel-Fenster nach einem Wasserschaden

Nach einer Durchnässung beginnen Schimmelsporen innerhalb von 24 bis 48 Stunden zu keimen. Deshalb ist ein nasser Teppich kein Fall für nächste Woche, sondern für heute — und deshalb darf er nie zusammengerollt liegen bleiben.

Quelle: Umweltbundesamt (UBA), Leitfaden zur Schimmelpilzsanierung

Einordnung: Die Zeitspanne hängt von Temperatur und Luftfeuchte ab; bei warmer, feuchter Luft geht es schneller.

1–2 Jahre statt 3–5 Jahre

Wie oft eine Grundreinigung nötig ist

In Haushalten mit Haustieren, Kindern oder Allergikern und in Laufzonen wie dem Flur verkürzt sich das empfohlene Intervall auf ein bis zwei Jahre. Bei geringer Belastung nennen Teppichwäschereien drei bis fünf Jahre.

Quelle: RAL Gütegemeinschaft (RAL-GZ 902) und DTV; teppichpflege.de

Einordnung: Die Branche nennt bewusst eine Spanne. Unser Rechner oben passt sie an Ihren Haushalt an, statt eine Zahl zu behaupten, die für alle gelten soll.

bis zu 250 Eier

Warum Motten kein kleines Problem sind

Kleidermotten sind in beheizten Räumen ganzjährig aktiv und legen bis zu 250 Eier an dunklen, ungestörten Stellen in Wolle und Seide — also genau unter einem Teppich, der lange nicht bewegt wurde. Das Umweltbundesamt empfiehlt physikalische Verfahren: mehrwöchiges Einfrieren bei mindestens −18 °C oder eine gründliche professionelle Wäsche.

Quelle: Umweltbundesamt (UBA), Ratgeber Kleidermotten

Einordnung: Chemischer Mottenschutz („Eulanisieren") sollte laut UBA nur gezielt und nach gründlicher Wäsche angewendet werden, nicht vorbeugend auf Verdacht.

10 Jahre

Wann ein Mietteppichboden abgeschrieben ist

Das Landgericht Berlin hat entschieden, dass ein Teppichboden nach etwa zehn Jahren wirtschaftlich vollständig abgeschrieben ist. Danach kann ein Mieter für normale Abnutzung nicht mehr in Haftung genommen werden.

Quelle: LG Berlin, Az. 64 S 184/17, über Berliner Mieterverein (MieterMagazin, 07.03.2018)

Einordnung: Bei besonders hochwertigen Belägen kann im Einzelfall eine längere Lebensdauer angesetzt werden. Das ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

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